Das Leben ist schön. Punkt.

5. Januar 2026

Manifest (m)einer gelebten Spiritualität

Das Leben ist schön. Punkt.
Dieser Satz ist für mich kein Kalenderspruch und auch keine Durchhalteparole. Er ist auch kein spirituelles Pflaster, das ich mir über schmerzhafte Erfahrungen geklebt hab'. Das Leben ist schön, nicht weil es leicht wäre, sondern weil es echt ist und weil es mich täglich fordert. Es schont mich nicht und zwingt mich immer wieder, noch ehrlicher zu mir selbst zu sein. Autsch!

Wir sind hier als Seelen in einem menschlichen Körper inkarniert. Die Erde ist kein Planet zum Ausruhen. Unsere Aufgabe ist es nicht, es uns hier gemütlich einzurichten und möglichst ungestört durchzukommen. (mein Ego grad so: schön wärs aber schon oder?) Die Erde ist kein Planet für einen 365-Tage-Thermenurlaub. (Mein Ego guckt mich grad entgeistert an) Sie ist ein Erfahrungsraum. Ein Ort, an dem Wachstum stattfinden soll. Und Wachstum entsteht nicht im Dämmerschlaf, sondern dort, wo etwas ins Schwanken gerät. Wo Herausforderungen urplötzlich auftauchen, Krisen ohne Einladung anklopfen und vermeintliche Sicherheiten sich in Luft auflösen. Es geht nicht um Bestrafung, sondern es dient unserer Entwicklung. 

Spiritualität bedeutet für mich genau das: mitten im Leben zu stehen und es auszuhalten. Sie ist kein Konzept, das man sich aneignet, keine Theorie, die man verstanden haben muss, keine teure Ausbildung die du durchziehen musst und schon gar nichts Abgehobenes, das über deinem Alltag wie eine Goldwolke schwebt. Spiritualität ist keine mentale Übung. Sie ist deine Tatsache, und meine. Wir sind spirituell, weil wir Seelen sind, die einen Körper bewohnen. Ausnahmslos alle. Dafür muss man nichts tun, nichts lernen, nichts erreichen. Man muss nur da sein. (Klingt doch einfach easy oder?)

Dein Körper ist dabei kein Hindernis auf deinem Weg, kein lästiges Anhängsel. Er ist das Gefäß, ich sag' auch gerne Fahrzeug. Eine Leihgabe, ein Geschenk auf Zeit. Und wie bei jedem Geschenk geht es auch hier um Wertschätzung, um Pflege (auch dein Auto stellst du regelmässig zum Service und betankst es mit dem richtigen Kraftstoff) und um bewusste Präsenz. Verkörperung bedeutet nicht, dein Fahrzeug Körper zu optimieren, sondern ihn ernst zu nehmen und ihm zuzuhören. Den Körper mitzunehmen, auch wenn der Kopf schneller denkt.

Bewusstsein darf wachsen.  Als Verantwortung, die im Tun sichtbar wird. Für dieses Leben und für die Zeit, die uns hier zur Verfügung steht. Auch das Ego hat darin seinen Platz. Es ist kein Feind, den man bekämpfen oder wegmeditieren müsste. Es darf reifen und lernen, sich in den Dienst deiner Seele zu stellen. Wir brauchen es hier. Wir sind doch hier, um zu handeln, zu entscheiden, zu gestalten und nicht um uns (oder das Ego) aufzulösen.

Ich vertraue langsamen Wegen. Tief wirkenden Prozessen, die ihre Zeit brauchen. Wie guter Wein oder Sauerteigbrot. Natürliche Reife, die sich nicht künstlich beschleunigen lässt. In meiner Arbeit folge ich diesen Rhythmen. Ich arbeite mit deinen Augen als Tor zur Erinnerung, mit Pflanzenwesen als Begleiterinnen und mit Zyklen, die uns die Natur vorgibt – nicht der Kirchenkalender. Ich öffne Räume, halte sie bewusst und schließe sie wieder, wenn ein Prozess rund geworden ist. Weil Tiefe einen Anfang und einen Abschluss braucht. 

Ich begleite Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Für sich selbst, für ihren Körper und für das, was sich zeigen will, wenn man dem nicht mehr ausweicht. Diese Arbeit ist nichts für den schnellen Impuls zwischendurch,  sie ist für Menschen, die aushalten können.

Zum Geschenk des irdischen Lebens gehören für mich Genuss und Erdung ganz selbstverständlich dazu. Gutes, natürliches Essen. Brot, das Zeit hatte zu reifen. Ein Glas österreichischer Wein in netter Gesellschaft. Ein herzliches Lachen tief aus dem Bauch, das nichts beweisen muss. All das ist keine Ablenkung vom Spirituellen. Nein, es ist Teil davon. Dein Leben will gelebt werden und nicht erklärt!

Und vielleicht ist genau das der Punkt: Das Leben ist schön, wenn wir aufhören, es verbessern zu wollen. Wenn wir ankommen und wenn wir bleiben. Wenn wir uns einlassen auf das, was ist, mit allem, was dazugehört.

Das Leben ist schön. Punkt.
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