Die erwarten das doch von mir
Warum es diesen Herbst keine 7. Detoxrunde gibt
Eigentlich hatte ich diesen Herbst schon längst geplant, die Termine meiner Räume stehen schon in meinem Googlekalender, die Preise standen schon auf der Landingpage. Und ja ich war früh dran, diesmal waren die Landingpages für meine Räume bereits fertig und veröffentlicht.
Geplant hatte ich 3 verschiedene Detoxräume für diesen Herbst. Der Klassikdetox sollte in die wahnsinnige siebente Runde starten. Sechs Mal habe ich bereits Frauen durch diese besondere Zeit begleitet. Für manche von euch gehört mein Detox mittlerweile fast genauso zum Jahresrhythmus wie der erste kühle Morgen nach den Tropennächten, die kürzer werdenden Tage und dieses wehmütige Gefühl, wenn der Sommer langsam seine Sachen packt.
Und genauso selbstverständlich war für mich bis vor kurzem klar: im Herbst 2026 geht es weiter.
Bis es sich irgendwann gar nicht mehr selbstverständlich angefühlt hat, sondern schwer. Dazu kam mein Unfall vor einigen Wochen in Slowenien, der mich auch so richtig zum Nachdenken brachte. Mein selbstgewählter Rückzug hat mich Vieles überdenken lassen.
"Die erwarten das doch von mir!"
Ich sags dir, dieser Gedanke war riesig, überirdisch groß und irgendwann auch ziemlich erdrückend in meinem Solarplexus. Meine Soulis warten doch darauf.
Die Termine stehen, die Preise sind festgelegt, die Landingpages sind fertig und und und...
In meinem Kopf so cirka: "Du hast sechs Runden gemacht, die Frauen kennen das, manche rechnen fix damit. Du kannst jetzt doch nicht einfach sagen: diesen Herbst nicht."
Und wenn ich jetzt ganz ehrlich zu dir bin sag ich dir, ich war sehr versucht, es einfach durchzuziehen. Weil ich es super gut kann, denn ich habe das Wissen UND die Erfahrung,
ich kenne die Abläufe im Schlaf. Ich könnte Runde sieben vermutlich auch mit verbundenen Augen organisieren.
Aber genau an dieser Stelle begann es in mir richtig laut und richtig unangenehm zu werden. Denn in diesen Tagen meines Rückzugs musste ich mir diese ziemlich unangenehme Frage selbst stellen:
Öffne ich diesen Raum gerade, weil ich ihn wirklich öffnen möchte – oder weil ich Angst davor habe, was passiert, wenn ich es nicht tue?
Meine Antwort war erstaunlich klar. Also habe ich die Landingpages geschlossen und meine Soulis in meinen Gruppen vorab informiert.
Und dann kam etwas, womit ich in dieser Deutlichkeit kaum gerechnet hatte. Ich war sowas von erleichtert. So viel Erleichterung habe ich schon lange nicht mehr in mir gespürt. Als hätte mein Inneres längst gewusst, was mein Kopf noch eine ganze Weile mit mir diskutieren wollte.
Es wird im Herbst 2026 also keine siebente Detoxrunde geben.
Und auch meine anderen geplanten Räume bleiben geschlossen.
Das schreibe ich hier so deutlich hin, weil einige von euch bereits darauf warten und weil ich weiß, dass manche regelmäßig schauen, wann die Anmeldung endlich öffnet. Sie öffnet diesen Herbst nicht.
Und gleichzeitig ist das hier keine Beerdigung meines Detoxprogramms. Denn ich liebe dieses Wissen weiterhin, ich liebe die Spagyrik und ich liebe Körperwissen.
Ich liebe diese besondere Zeit, in der wir unserem Körper und unserer Seele wieder bewusster zuhören, sie begleiten, entlasten und bewusster wahrnehmen.
Und selbstverständlich werde ich selbst auch diesen Herbst wieder meine Ausleitung mit Ionis Spagyrik machen. Nach dem nächsten Vollmond geht es für mich schon los.
Und weißt du was? Mein Körper freut sich schon richtig darauf. Ich freue mich auch darauf.
Ich sehne mich danach, meine 3 Fläschchen herzurichten und in diesen tief vertrauten Rhythmus einzutauchen. Dieses Jahr allerdings als Teilnehmerin meines eigenen Wissens, ohne gleichzeitig eine Gruppe zu führen. Ohne dass ich täglich Impulse einspreche.
Ganz ohne einen Raum zu halten und ohne verantwortlich dafür zu sein, wie es allen anderen gerade geht.
Ich werde meine Ausleitung einfach nur für mich machen. Vermutlich ist genau das gerade dran.
Und ihr ehemaligen Detoxfrauen?
Ihr habt längst alles. Das wurde mir dieser Tage ebenfalls bewusst. Alle Frauen, die bereits eine Detoxrunde mit mir gemacht haben, besitzen so einen großen Schatz.
Die meisten sind noch in einer der Gruppen, dort liegen noch alle Unterlagen, Audios und Links zu den Videocalls. Auch die sind abrufbar. Ihr habt mein Wissen aus unserer gemeinsamen Zeit.
Und vor allem habt ihr etwas, das viel wertvoller ist als eine neue Landingpage: eure eigene Erfahrung. Ihr kennt euren Körper inzwischen ein Stück besser. Ihr kennt die Abläufe gut.
Ihr wisst, was euch in dieser Zeit besonders unterstützt.
Womöglich beginnt die eine oder andere von euch nach dem nächsten Vollmond sogar gemeinsam mit mir, ohne dass wir daraus offiziell „Detox Runde sieben“ machen.
Jede bei sich. Und irgendwie mag ich diesen Gedanken sehr, dass mein Wissen längst hinausgegangen ist und dass es bei euch weiterleben darf.
Dass gute Begleitung irgendwann auch bedeutet, Menschen zuzutrauen, ihren Weg selbst weiterzugehen. Und dann hört irgendwo eine von euch eines meiner alten Audios, während ich zuhause gerade selbst meine Ausleitung mache.
Und für diesen einen Moment sind wir dann doch wieder miteinander verbunden.
Ganz ohne neuen Raum.
Aber Tanja, hast du keine Angst, deine Soulis zu verlieren?
Doch hab ich. Natürlich tauchte diese Frage bei mir sofort auf. Ich habe schließlich über Jahre etwas aufgebaut. Eine Community die mir vertraut, Herzensverbindungen, Frauen, die immer wieder in meine Räume kommen. Großartige Menschen, die meine Arbeit kennen. Ich nenn sie ja liebevoll meine "Soulis".
Und natürlich weiß ich, dass Menschen weitergehen, wenn eine Tür geschlossen bleibt.
Ja ich bin sicher es finden einige von euch eine andere Begleiterin. Oder du entdeckst etwas vollkommen Neues. Vielleicht verändert sich euer Leben auch. (Ziemlich sicher tut es das)
Meines verändert sich gerade gewaltig.
Und ja, irgendwann taucht auch dieser Gedanke auf:
Was ist, wenn ich im Frühling 2027 wieder eine Tür öffne und niemand mehr davorsteht?
Das ist ein interessanter Moment. Denn aus Angst davor könnte ich meine Räume natürlich geöffnet lassen. Ich könnte Runde sieben machen, damit du bleibst. Ich könnte den nächsten Raum planen, damit unsere Verbindung bestehen bleibt. Ich könnte immer wieder etwas Neues erschaffen, damit du weiterhin einen Grund hast, bei mir zu sein.
ABER genau so möchte ich Beziehung in meinem Business immer weniger leben.
Ich möchte euch frei lassen. Und ich möchte mich frei lassen.
Manche Menschen begleiten uns eben nur für eine Saison. Andere gehen dafür jahrelang neben uns. Einige verschwinden irgendwann aus unserem Blickfeld und stehen Jahre später plötzlich wieder vor uns, und innerhalb weniger Minuten fühlt es sich total vertraut an.
Ich kann heute weder wissen noch kontrollieren, wer im Frühling 2027 noch hier sein wird.
Und für mich ist genau das Vertrauen. Ich gehe meinen Weg und du gehst deinen.
Und wenn unsere Wege sich wieder treffen sollen, dann treffen sie sich.
Vielleicht schreibe ich im Frühling 2027 plötzlich: Detox is back, ihr wundervollen Augen.
Ich kann mir das sogar richtig gut vorstellen. Ganz sicher bekommt das Detox bis dahin eine neue Form. Aber vielleicht fühlt es sich genauso vertraut an wie früher.
Eventuell sitze ich irgendwann im Winter an meinem Küchentisch vorm eingeheizten blauen Ofen, eine Idee schießt mir durch den Kopf und plötzlich ist es wieder da:
Dieses Kribbeln, dieses: Jaaaa. Genau DAS möchte ich wieder mit euch machen.
Und genau aus diesem Gefühl möchte ich meine Räume in Zukunft öffnen. Aus Vorfreude und aus purer Lust, aus einem Überfließen und Leidenschaft fürs Tun. Weil etwas durch mich in die Welt möchte. Und weniger aus diesem erdrückenden Satz: Die erwarten das doch von mir.
Ja genau das ist mein Herbst-Detox 2026.
Ich kann inzwischen ein bisschen darüber lachen. Sechs Mal habe ich Frauen durch eine Detoxzeit begleitet. Und ausgerechnet in dem Herbst, in dem Runde sieben fix geplant war, besteht mein eigenes Detox offenbar aus etwas ganz anderem.
Ich sortiere Erwartungen und Rollen aus. Das Gefühl, etwas weiterführen zu müssen, weil ich es bisher immer getan habe.
Ich bin überzeugt, wenn du tief genug in dir kramst, kennst du dieses Gefühl aus deinem eigenen Leben. Vielleicht bist du seit Jahren diejenige, die Weihnachten ausrichtet.
Oder die an jeden Geburtstag in der Familie denkt und sämtliche Familienfeste organisiert.
Die Frau, die immer zuhört, die einspringt und die absolut zuverlässig ist. Die Frau, die stets alles im Blick behält.
Forsche mal nach, da gibt es auch sicher in deinem Leben etwas, das einmal aus einem fröhlichen „Ich mache das gerne“ entstanden ist und sich irgendwann ganz leise in ein „Alle erwarten, dass ich das mache“ verwandelt hat.
Und ich finde es lohnt sich, genau dort einmal hinzuspüren. Denn Freude braucht Freiheit.
Ich möchte geben, wenn etwas in mir überfließt. Und gerade fließt meine Energie woandershin.
Ich bin selbst die Frau am Wendepunkt
Und irgendwie liebe ich die Ironie daran. Ich habe so viele Frauen an Wendepunkten begleitet. Ich spreche darüber, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen, Veränderungen Raum zu geben und weniger schnell nach der nächsten Antwort zu greifen.
Und jetzt stehe ich wieder mal selbst mitten in einem solchen Dazwischen.
Mein berufliches Leben verändert sich, ich schreibe grad viel, mein Buchprojekt geht gut voran, ich Blumenauge mache regelmäßig meinen Podcasts. (Immer Mittwoch und Sonntag übrigens hier nachzuhören)
Ich möchte auf unserem Hof leben und viel mehr mitten in meinem wirklichen Alltag sein.
Und gleichzeitig öffnet sich mit dem Hospizdienst eine Tür, die mich auf eine ganz besondere Weise ruft.
Wie daraus einmal ein neues Ganzes entsteht, darf sich zeigen.
Dieser Herbst braucht dafür für mich noch keine fertige Überschrift. Er bekommt etwas, das in meinem Leben erstaunlich selten geworden ist: Platz.
Meine Räume bleiben im Herbst 2026 also geschlossen und die siebente Detoxrunde darf geduldig warten. Mein eigenes Detoxprogramm beginnt nach dem nächsten Vollmond.
Meine ehemaligen Detoxfrauen haben alles in ihren Händen, um ihren Weg ebenfalls weiterzugehen.
Und meine Soulis?
Ich freue mich über jede von euch, die hier bleibt, meine Geschichten liest, meinen Podcast hört und mich durch diesen etwas anderen Herbst begleitet. Vielleicht zieht es manche von euch währenddessen ganz woanders hin. Eventuell entdeckt ihr neue Menschen, neue Räume, neue Wege. Womöglich begegnen wir uns im Frühling wieder. Oder viel später.
Ich glaube, unsere Verbindung braucht gerade keinen geöffneten Raum, um eine Verbindung zu bleiben.
Und wenn ich irgendwann wieder eine Tür zu einem meiner Räume öffne, wünsche ich mir etwas ganz Einfaches: dass du davorstehst, weil du wirklich hineinmöchtest.
Und dass ich auf der anderen Seite stehe und sie öffne, weil ich wirklich dort sein möchte.
Keine Angst, die uns zusammenhält und keine Erwartung. Sondern ein beidseitiges:
Jaaaa. Jetzt passt es wieder.
Bis dahin behalte ich den Schlüssel und lasse die Tür zu. Ich fühle, es ist nicht für immer, sondern für jetzt.
Und für mich ist genau das grad die ehrlichste Form, mir selbst treu zu bleiben.











