Als ich meine alten Tagebücher las...
... begegnete ich einer anderen Tanja

Ab und an blättere ich gerne in meinen alten Tagebüchern. Gerade jetzt, wo ich an meinem ersten Buch schreibe hilft es mir sehr.
Ich liebe meine Tagebücher. Sie sind wie kleine Zeitkapseln meines Lebens.
Ich schlage sie auf und begegne plötzlich einer Version von mir selbst, die längst vergangen scheint. Oder vielleicht doch nicht?
Zwischen all den Seiten fand ich eine Liste. (Ja manchmal ist ein Blumenauge versucht, sich mit Listen ihr chaotisches Leben zu organisieren)
Meine Ziele. Ich grinste in mich hinein. Denn da stand:
Aus meinen Kindern lebensfrohe, glückliche und gesunde Erwachsene machen.
Das Leben genießen und lieben.
Andere Menschen inspirieren.
Ihnen zeigen, wie wertvoll das Leben ist.
Ein Leuchtturm sein.
Und dann standen da noch zwei weitere Ziele.
DIE spirituelle Iridologin im deutschsprachigen Raum werden.
Blue Diamond bei Doterra werden.
Vor einigen Jahren habe ich diese Liste wahrscheinlich voller Stolz gelesen. Heute hat sie mich sehr nachdenklich gemacht.
Nicht, weil ich mich für die Frau schäme, die ich damals war. Ganz im Gegenteil. Ich empfinde große Dankbarkeit für sie. Denn sie hat den Weg begonnen, auf dem ich heute gehen darf.
Und trotzdem sehe ich heute etwas, das ich damals noch nicht sehen konnte. Ich sehe, ich habe meinen Wert an meiner Leistung gemessen. An meiner Bildung und meinen Titeln. Und an Anerkennung.
Ich dachte, ich könne erst richtig stolz auf mich sein, wenn ich all das erreicht hätte. Heute würde ich diese Ziele wahrscheinlich gar nicht mehr aufschreiben. Nicht, weil mir meine Bildung unwichtig geworden wäre. Ich liebe liebe liebe Lernen bis heute. Ich werde wahrscheinlich niemals aufhören, mich weiterzubilden.
Aber heute lerne ich nicht mehr, um meinen Wert zu beweisen. Ich lerne aus Freude und aus Neugier. Aus Liebe zu den Menschen, die ihren Weg zu mir finden.
Und während ich diese alte Liste las, fiel mir noch etwas auf. Von allen Zielen ist eines ganz stark geblieben. Nicht nur geblieben nein es ist größer geworden.
Ein Leuchtturm sein.
Vor einigen Jahren noch dachte ich, ein Leuchtturm müsse möglichst weit leuchten. Heute sehe ich das etwas anders.
Ein Leuchtturm fährt nicht aufs Meer hinaus. Er läuft auch den Schiffen nicht hinterher. (ok ich stell mir da grad vor und grinse) Er ruft niemandem zu. Er steht einfach da.
Und genau deshalb orientieren sich die Schiffe und Menschen an ihm.
Ein Leuchtturm zu sein bedeutet also gar nicht, besonders bekannt zu sein. Es bedeutet, so sehr bei sich angekommen zu sein, dass andere in seiner Nähe Orientierung finden.
Wenn ich heute meinen Podcast aufnehme und Menschen mir schreiben, dass sie meine Stimme lieben, dann glaube ich nicht, dass sie nur meine Stimme meinen. Viel eher meinen sie das Gefühl, das sie beim Zuhören haben. Ruhe, Vertrauen. Ein Stück Zuhause.
Und weißt du, was mich am meisten berührt? Ich glaube, die Tanja von damals wollte gar nicht unbedingt die bekannteste spirituelle Iridologin werden.
Ich glaube, sie sehnte sich einfach nach Anerkennung. Sie wollte gesehen werden. Sie wollte sich ihren eigenen Wert beweisen.
Heute fühle ich: Mein Wert war nie von einem Titel abhängig. Nie von einer Ausbildung oder Auszeichnung. Er war immer da.
Heute musste ich mich einfach daran erinnern. Genau das gilt auch für den Leuchtturm.
Ich musste gar keiner werden. Ich durfte einfach aufhören, ständig nach dem nächsten Hafen zu suchen.
JA das ist genau der schönste Gedanke, den mir meine alten Tagebücher heute geschenkt haben. Dass manche Ziele gar nicht dazu da sind, erreicht zu werden, sondern verstanden. Und dass manche Träume sich im Laufe der Jahre verwandeln, weil sie ihrem eigentlichen Kern immer näher kommen.
Heute möchte ich noch immer ein Leuchtturm sein. JA sogar mehr als je zuvor. Nur weiß ich heute, dass mein Licht nicht heller wird, wenn ich lauter werde.
Es wird heller, wenn ich immer mehr die Frau bin, die ich in Wahrheit schon immer gewesen bin.
Denn das Leben ist schön.
Punkt.











