Siehst du das Leben als Kampf oder als Spiel?
Die Antwort auf diese eine Frage verrät oft mehr über dein Leben als jeder Persönlichkeitstest

Ich bin sicher, du kennst auch Menschen, bei denen alles nach Anstrengung klingt oder?
Sie kämpfen sich durch den Montag, Dienstag....
Sie kämpfen um ihre Beziehung.
Sie kämpfen gegen ihren Körper.
Sie kämpfen mit ihren Kindern.
Sie kämpfen um Anerkennung.
Sie kämpfen gegen das Älterwerden.
Sie kämpfen ums Geld.
Sie kämpfen um.....
Und wenn du empathisch bist fällt dir auf, dass die Menschen gar nicht mehr wissen, wie sich Leichtigkeit anfühlt.
Dabei stelle ich mir immer wieder diese eine Frage:
Wer hat uns eigentlich beigebracht, dass das Leben ein Kampf sein muss?
Als Kinder wussten wir es doch noch anders.
Ein Wald war das pure Abenteuer.
Ein kleiner Bachlauf wurde zum wilden Ozean.
Ein Ast verwandelte sich in ein großes Schwert, einen Zauberstab oder ein Pferd.
Stunden vergingen, ohne dass wir auf die Uhr schauten. Niemand musste uns erklären, wie Spielen funktioniert. Es war unsere natürlichste Art, die Welt zu entdecken.
Wann haben wir damit aufgehört?
Wer das Leben als Kampf betrachtet, zieht jeden Morgen innerlich seine Rüstung an.
Plötzlich bekommt alles einen Gegner.
Der eigene Körper, die Zeit, der Chef, die Beziehung, die Kinder, das Geld, die Krankheit...
Aus Herausforderungen entstehen Schlachtfelder.
Aus vermeintlichen Fehlern entstehen Niederlagen.
Aus Veränderungen entstehen Bedrohungen.
Irgendwann richtet sich der Kampf sogar gegen den wichtigsten Menschen überhaupt: gegen uns selbst.
Vor ungefähr 7 Jahren befand ich mich an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich mich fragte, warum ich eigentlich hier bin. Ja ich sollte doch glücklich sein, frisch gebackene Mama mit Wunschkind und großer Patchworkfamily im eigenen schmucken Haus....
Rückblickend weiß ich, dass ich auf der Suche nach meinem Seelenplan war. Ich wollte verstehen, weshalb sich manches so schwer anfühlte, obwohl ich doch schon mit ganzem Herzen lebte.
In dieser Zeit griff ich nach vielen Werkzeugen, die mir halfen, mich selbst besser kennenzulernen. Eines davon war eine numerologische Auswertung meines vollständigen Namens.
Was dort stand, traf mich mitten ins Herz.
„Du darfst lernen, das Leben nicht als Kampf zu empfinden.“
Ich weiß noch genau, wie ich diesen Satz gelesen habe. Er fühlte sich an, als hätte mir jemand einen Spiegel vorgehalten. Denn bis zu diesem Moment hätte ich niemals gesagt, dass ich mein Leben als Kampf sehe. Und doch erkannte ich mich darin sofort wieder. Ich hatte mich immer als Kämpferin erlebt, mich sogar als Lichtkriegerin tituliert. Schon als Kind war da dieses tiefe Gefühl, für etwas einzustehen. Das erzähle ich euch ein andermal...
Als Studentin stand ich in der ersten Reihe, als gegen Studiengebühren demonstriert wurde. Jahre später trug ich mein neugeborenes Kind im Tragetuch und stand während der Anti-Covid-Demonstrationen wieder mitten unter den Menschen. Die Rebellin in mir war stets lebendig. Immer dann, wenn es um Freiheit, Gerechtigkeit oder Würde ging, war ich bereit, aufzustehen.
Heute bin ich sogar davon überzeugt, dass dieses Kämpfen viel älter war als diese Erlebnisse. Es fühlt sich an, als läge es tief in meiner Seele, geprägt durch viele kampfreiche Vorleben....
Und genau deshalb traf mich dieser Satz so sehr. Er war zu dieser Zeit vollkommen wahr. Plötzlich erkannte ich, dass ich nicht nur für meine Überzeugungen kämpfte. Ich betrachtete mein ganzes Leben durch die Brille des Kampfes. Ich kämpfte gegen Schwierigkeiten, gegen Zeitdruck, gegen Erwartungen, gegen das Gefühl, immer stark sein zu müssen.
Und genau in diesem Moment machte es bei mir Klick. Einer dieser seltenen Augenblicke, auf die man gefühlt ein ganzes Leben lang wartet.
Ich dachte: Das Leben darf doch kein Kampf sein! Wir sind doch hier, um das Spiel des Lebens zu spielen. Und in diesem Spiel meines Lebens habe ich die Hauptrolle und stehe nicht als Statistin am Rand.
Mit dieser Erkenntnis begann sich etwas Grundlegendes in mir zu verändern. Es passierte nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt. Ein uralter Glaubenssatz begann sich aufzulösen und machte Platz für eine neue Wahrheit. Meine Wahrheit!
Rückblickend glaube ich, dass genau dort der erste Samen für meinen Leitsatz gelegt wurde: Das Leben ist schön. Punkt.
Nicht, weil das Leben immer leicht ist. Sondern weil ich aufgehört habe, jeden Tag mit gezogenem Schwert zu beginnen.
Seit dieser Erkenntnis schaue ich mit anderen Augen auf das Leben. Ein Spiel fühlt sich völlig anders an als ein Kampf. Im Spiel entsteht Neugier, im Spiel entstehen Erfahrungen.
Im Spiel gehört Verlieren genauso dazu wie Gewinnen.
Ein Kind hört nach einem Sturz nicht auf, laufen zu lernen. Es richtet sich auf, klopft sich den Staub von den Knien und versucht es noch einmal. Nicht weil es muss, sondern aus purer Freude.
Unsere Kinder erinnern uns an etwas, das wir Erwachsene vergessen haben:
dass wir nicht hier sind, um perfekt zu werden, sondern einfach um Erfahrungen zu machen.
Was wäre, wenn Fehler keine Niederlagen wären, sondern Erfahrungen?
Was wäre, wenn jede Begegnung ein neues Level wäre?
Was wäre, wenn Krisen Einladungen wären, etwas Neues über uns selbst zu entdecken?
Was wäre, wenn das Leben gar nicht gegen uns spielt, sondern mit uns?
Plötzlich verändert sich alles. Nicht die Situation, aber unsere Haltung.
Immer wenn ich Frauen begleiten darf, fällt mir auf, die glücklichsten Frauen haben eigentlich nie das einfachste Leben. Aber sie haben gelernt, anders hinzusehen. Sie suchen keinen Gegner, sie suchen eine Möglichkeit. Sie fragen nicht: „Warum passiert mir das?“
Sie fragen: „Was möchte mir das Leben gerade zeigen?“ Allein diese Frage öffnet einen völlig neuen Raum.
Ich sehe mein Leben heute nicht mehr als Kampf und auch nicht als Zufall.
Es ist viel eher ein riesengroßes Abenteuer. Mit Rätseln, und Prüfungen, mit Wundern, und mit Umwegen. Mit Menschen, die nur für eine kurze Wegstrecke an meiner Seite gehen. Mit Türen, die sich genau dann öffnen, wenn ich bereit bin, hindurchzugehen.
Heute würde ich meinen, unsere größte Aufgabe als Mensch besteht gar nicht darin, immer stärker zu werden. Wir dürfen wieder neugieriger werden, verspielter, lebendiger. Denn wer spielt, entdeckt Möglichkeiten, die ein Kämpfer niemals sehen kann.
Darum möchte ich dir heute eine einzige Frage mitgeben:
Siehst du dein Leben gerade als Kampf oder als Spiel?
Vielleicht verändert die Antwort auf diese Frage mehr, als du heute ahnst.
Und ich bin überzeugt, genau dort beginnt eine neue Geschichte für dich.
Eine Geschichte, in der du nicht länger kämpfst, sondern lebst.
Das Leben ist schön. Punkt.
Deine Tanja vom Krafthof Naeli











