Du bist das Auge Gottes auf Erden
Über die Erinnerung, die in unseren Augen lebt

Seit 4 Jahren arbeite ich nun mit den Augen von Menschen. Mit ihren strahlenden Farben, ihren feinen Strukturen, ihren einzigartigen Zeichen. Und obwohl ich in dieser Zeit wirklich unzählige Augen betrachtet habe, berührt mich bis heute immer wieder derselbe Gedanke:
Kein Auge gleicht einem anderen. ( Und ich durfte auch schon in den Augen von Zwillingen lesen)
Jede Iris ist ihre eigene kleine Welt. Wie eine Landkarte. Wie eine Erinnerung daran, dass jede Seele ihren ganz eigenen Blick auf diese Erde mitbringt.
Vielleicht sprechen Menschen deshalb seit Jahrtausenden davon, dass die Augen der Spiegel der Seele sind?
Denn wenn wir einem Menschen wirklich tief in die Augen schauen, begegnen wir etwas, das sich kaum mit dem Verstand in Worte fassen lässt. Etwas Echtem, etwas Lebendigem, etwas, das viel tiefer geht als Worte....
Manchmal (und in letzter Zeit immer öfter) frage ich mich, ob wir vergessen haben, wie heilig das Sehen eigentlich ist....
Wir öffnen morgens die Augen und blicken sofort aufs Handy am Nachtkastl, auf Nachrichten auf orf.at, Termine im Googlekalender, Bildschirme und Anforderungen.
Unser Blick wandert durch den Alltag, ohne wirklich wahrzunehmen, welches Wunder darin liegt, dass durch unsere Augen überhaupt Leben erfahren wird.
Durch deine Augen wurde ein Sonnenaufgang gesehen.
Durch deine Augen wurde ein geliebter Mensch betrachtet.
Durch deine Augen wurden Tränen geweint, Kinder angelächelt, Wälder bestaunt und Erinnerungen geschaffen....
Vielleicht liegt genau darin eines der großen Geheimnisse des Menschseins:
Dass die Schöpfung durch unsere Augen ihre eigene Schönheit betrachtet.
Der Gedanke, dass der Mensch auf der Erde das Auge Gottes sein darf, berührt mich tief. Denn dadurch verändert sich der Blick auf uns selbst. Wir sind dann keine zufälligen Wesen, die irgendwie durchs Leben laufen. Wir werden zu bewussten Zeugen des (unseres) Lebens. Zu Menschen, durch die das Leben sich selbst erfahren möchte.
Jede Seele betrachtet diese Welt aus einem einzigartigen Blickwinkel. Deshalb gleicht keine Iris einer anderen. Deshalb besitzt jeder Mensch eine andere Wahrnehmung, andere Gefühle, andere Erfahrungen und andere Gaben.
Und für mich beginnt genau dort Heilung: in dem Moment, in dem wir bitte endlich aufhören, wie jemand anderes SEHEN zu wollen, und beginnen, unserer eigenen Wahrnehmung wieder zu vertrauen!!!!
In meiner Arbeit als spirituelle Iridologin berühren mich die Augen deshalb weit über ihre körperliche Ebene hinaus. Für mich erzählen sie wundervolle Geschichten. Geschichten über Prägungen, Talente, Sehnsüchte und den Seelenplan eines Menschen. Sie erinnern uns daran, dass wir mit einer bestimmten Aufgabe, einer bestimmten Frequenz und einer ganz eigenen Art zu fühlen auf diese Welt gekommen sind.
Unsere Augen zeigen eigentlich jene Teile von uns, die wir im Alltag vergessen haben.
Unsere Sensibilität. Unsere Stärke. Unsere Verletzlichkeit. Unsere Wahrheit.
Vermutlich schauen wir deshalb manchmal so lange in die Augen eines anderen Menschen, weil ein Teil unserer Seele sich darin erinnert. Erinnert daran, dass wir stets verbunden sind.
Dass wir gesehen werden möchten. Dass WIR gemeint sind.
Und wie schön wäre es, erinnern uns unsere eigenen Augen jeden Tag daran, dass unser Blick auf diese Welt Bedeutung hat.
Dass das Leben durch uns erfahren werden möchte.
Dass Schönheit gesehen werden möchte.
Dass Liebe betrachtet werden möchte.
Dass die Schöpfung durch unsere Augen auf sich selbst schaut.
Ich bin überzeugt, du bist genau deshalb hier.
Um das Leben bewusst zu sehen. Zu fühlen und zu erfahren.
Und um dich daran zu erinnern, wer DU wirklich bist.
Denn deine Augen sind KEIN ZUFALL.
Du bist das Auge Gottes auf Erden.
Von Herz zu Herz deine Tanja vom Krafthof Naeli











